Die Rebellen von Varashon (Teil 71)…

… Sie löste sich aus ihrem Körper. Obwohl sie das Gefühl hatte, nicht mehr als eine Mannslänge über ihrem Liebsten, Jonathan, der jungen Ärztin und ihrem frühgeborenen Enkelkind zu schweben, schienen diese Menschen ihr doch so unerreichbar fern entrückt zu sein. Sie fühlte nichts mehr, weder Trauer noch Freude, keinen Zorn, keine Angst, nur eine unbeschreibliche Ruhe und Gelöstheit. Und Liebe – eine schier übermächtige, unirdische Liebe, die alles überstrahlte, auch das tiefe, unendliche Schwarz ringsum. Sie ahnte den Glanz unsagbar weit entfernter Gestirne…

… Dann, nach einer Ewigkeit, vermeinte sie einen Sog zu spüren. Sie glitt durch Planetensysteme, an glosenden Sonnen, funkelnden Sternenhaufen, in allen Farben leuchtenden stellaren Nebeln vorbei. Sie zog über die silbern schimmernde Oberfläche eines lebhaft sich wellenden Ozeans, deutlich konnte sie auf den Wogen die Schaumkronen erkennen. Schemenhaft zeichnete sich am nachtdunklen Himmel die dumpf rotglühende Scheibe eines Trabanten ab, und sie wusste, daß es sich dabei um zwei Monde handelte, die scheinbar miteinander verschmolzen waren…

… Sie sah eine Insel, einen sehr hohen filigranen Turm, und darunter, als wären die aufragenden, zerklüfteten, steilen Felsmassen aus Glas, ein gut verborgenes und weit verzweigtes Höhlensystem, eine riesige, von zierlich ineinander verschlungenen Säulen gestützte Halle bildete dessen Zentrum…

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… Gebannt starrten meine Freunde und ich auf den Brunnen. Der reine und klare Spiegel des Wassers bewegte sich nicht, und doch kam es mir vor, als würde er wie ein kraftvoller Strudel kreisen. In seinen Tiefen konnte ich ferne Gestirne wahr nehmen, blitzend und irrlichternd gleich wertvollem Geschmeide. Mir war, als würde ich einen Blick in die Unendlichkeit tun, in die Unfassbarkeit des Universums, von dem Hadum’maith so beredt erzählen und belehren konnte. Und als würde sich aus dieser unbegreiflichen Schwärze, dem atemberaubenden Sternenreigen etwas Körperloses nähern, ein Hauch, ein nicht begreifbarer Schemen. Ich fühlte, wie ich erschauerte, alles, was sich ereignete, willenlos aufnahm, als wäre ich in einem sehr seltsamen Traum gefangen…

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… Eine geheimnisvolle, unwiderstehliche Macht zog Tayna aus dem gemauerten Rund des Brunnen. Sie erkannte in einem aufrecht stehenden, offenen Katafalk aus durchscheinendem Kristall die Gestalt einer jungen, zierlichen, wunderschönen Frau, deren Gesichtszüge den ihren sehr ähnlich waren. “Erwache aus deinem tiefen Schlaf, Lutania, Wächterin des Diamantenen Bergs. Tue deine Pflicht und befreie das dir einst anvertraute Volk!”…

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… Die sonst sanft und weich klingende Stimme des Hohepriesters Tarkum schallte tief und dunkel und einer ehernen Glocke gleich durch das Labyrinth des unterirdischen Tempels, mir war, als würden seine Worte, die mir durch Mark und Bein gingen, selbst die starren, unzerstörbaren Felsen ringsum zum Beben bringen…

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… Tayna fühlte, wie die überirdische Kraft sie in den Leib der Leblosen zwang, wie ihr die wundervolle, körperlose, unbeschwerte Freiheit, die sie während ihrer schwebenden Reise durch Raum und Zeit erfahren durfte, entzogen wurde. Gleichzeitig kehrte das ganze Spektrum menschlicher Gefühle in ihre Wesenheit zurück. Verzweiflung packte sie, Entsetzen, Angst, Zorn! “Nein!”, begehrte sie auf, “Nein, ich will das nicht! Lasst mich! Tut mir das nicht an! Bitte! Bitte!” Doch ihr inniges Flehen verhallte ungehört. Kurz bevor sie vom Gefängnis ihres neuen Körpers umschlossen wurde, empfand sie eine abgrundtiefe Trauer, einen unsäglichen Schmerz. “Neeeeiiiiin!”, setzte sie sich in einem letzten verzweifelten Aufbäumen zur Wehr…

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… Die herrliche, bislang unbeseelte Gestalt des jungen Weibes in ihrem diamantenen Sarg öffnete die fein gezeichneten, blassen Lippen und stieß einen kaum hörbaren Hauch aus. Dann löste sie sich von der üppigen Unterlage aus schimmerndem Stoff, auf welcher sie bislang geruht hatte, und brach in die Knie. Tarkum hatte blitzschnell den Kelch, den er getragen hatte, abgestellt, er war mit einem Satz an ihrer Seite, fing sie auf und stützte sie. Er hielt sie mit der Linken, die Rechte legte er ihr wie segnend auf das gebeugte Haupt, auf die hellgolden schimmernde Lockenpracht, unablässig murmelnd. Endlich schien die Frau zu Kräften zu kommen, sie öffnete die wundervollen, tiefblauen Augen, nach einer Weile wurde ihr Blick klar, sie musterte uns aufmerksam der Reihe nach. Der Hohepriester holte tief Atem und lächelte. “Willkommen zurück bei den Lebenden, Lutania, Wächterin des Diamantenen Bergs und Erbin des Reiches von Varashon…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon,…

… die mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen sind, daß ich sie am liebsten gar nicht mehr loslassen bzw. den Fantasy-Roman zu Ende bringen möchte, all meine anderen Protagonisten/innen hier und meine Wenigkeit wünschen euch Lieben einen unbeschwerten und fröhlichen Rutsch ins neue Jahr! Wir lesen uns 2014 wieder, mit den weiteren Abenteuern meiner tapferen Rebellen, vielleicht, vielleicht sogar einem zweiten Teil dieser Fantasy-G’schicht, der allmählich vage Formen anzunehmen beginnt, und ganz bestimmt etlichen anderen Erzählungen und Geschichten…

silvester (1 von 1)-4

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Die Rebellen von Varashon (Teil 70)…

… Von irgendwoher drang eine sanfte, schwebende Musik in den weiten Raum. Als ich der zarten, lieblichen Melodie lauschte, fühlte ich, wie ein großer Teil meiner Angst zu schwinden begann, und eine tiefe Ruhe mich ergriff. Unsere Blicke wurden magisch von dem Rund des Brunnens angezogen, wir traten näher. Ganz klar ruhte das Wasser, und auf seiner stillen Oberfläche zeichnete sich das Bild der beiden Monde ab, die sich inzwischen zu einem silbern schimmernden Rund vereint hatten. Von links unten aus begann ein dunkler, rötlicher Schatten, die Trabanten zu verhüllen…

… Ich vergaß die Zeit, fühlte mich seltsam befreit, alterslos, schwerelos, während die Monde zusehends von der seltsamen Düsternis aufgezehrt zu werden schienen. “Sieh nur!”, murmelte Hadraa’ina an meiner Seite. Sie hatte ihren Kopf gewandt, etwas unwillig, denn ich konnte mich kaum von dem Geschehen losreissen, das da im Wasser zu sehen war, folgte ich ihren Blicken. Aus dem Halbdunkel jenseits des von Säulen umgebenen Podests, auf dem wir standen, hatte sich ein wahrer Hüne gelöst, er trug einen wundervoll verzierten, an der Spitze spiralförmig geschwungenen Stab sowie einen schlichten, silbern schimmernden Kelch mit sich. Geleitet wurde er von einer Schar silberweiß gewandeter junger Männer und Frauen. Während diese sich rund um uns versammelten, trat der Riese in unsere Mitte…

… “Man nennt mich Tarkum, den Hohepriester.”, erläuterte er mit einer erstaunlich sanft und weich klingenden Stimme. “Seit ewigen Zeiten schon hüten meine Auserwählten und ich das Geheimnis des Diamantenen Bergs, das Tor zur Unendlichkeit. Wir grüßen euch aus tiefstem Herzen, ihr Edlen, die ihr euch aufgemacht habt, das Vermächtnis, welches in den Sternen und alten Legenden geschrieben steht, zu erfüllen, und einen unseligen Fluch zunichte zu machen.” Er maß uns alle mit seinen durchdringenden Blicken aus tief liegenden, undefinierbaren Augen. “Schweigen wir nun, fühlen wir die Macht des Universums, konzentrieren wir uns, um einer Seele zu helfen, den Weg zu uns zu finden.”…

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… In sterile Mäntel und Hauben gehüllt und mit Mundschutz versehen betraten die Ärztin, Hendrik, der Tayna’s Rollstuhl schob, und Jonathan die Intensivstation. Die junge Chirurgin ging ein paar Schritte voraus, wechselte mit einer recht irritiert und aufgebracht scheinenden älteren Dame ein paar freundliche Worte, dann winkte sie die ungewöhnlichen Besucher näher. Die beiden Männer und die sterbenskranke Frau wurden zu einem großen Glaskasten geleitet, der von Monitoren und medizinischen Apparten umstellt war. “Sieht aus wie ein Science-Fiction-Schneewittchensarg.”, fuhr es Hendrik spontan durch den Kopf. Er fühlte Tayna’s schmale Hand auf seiner Rechten. “Näher – ich möchte etwas näher, Henny!”…

… Noch einmal entwickelte sie schier unmenschliche Kräfte, und erhob sich von ihrem Sitz. Für einen Moment drohte sie die Besinnung zu verlieren, ihr wurde schwarz vor den Augen. Doch dann klärte sich ihr Blick wieder, und sie erkannte, eingehüllt in eine lustig bunt bedruckte Kuscheldecke, inmitten von Schläuchen und Messdrähten, ein winzig kleines Menschengesicht, zart und feingliedrig wie eine Blüte, hauchfeine Wimpern tanzten ab und an auf den sanft gerundeten Wangen. “Wie schön du bist! Wie vollkommen!” Dieses Antlitz, obwohl noch vom Leben so ungeprägt, so unberührt, war ihr wohl vertraut, ein Name drängte sich auf ihre Lippen, doch sie wusste nicht um die Laute…

… Langsam und behutsam ließ sie sich zurück sinken. Ein noch nie gekannter tiefer Frieden erfüllte sie. Sie holte tief Luft und erkannte, daß all ihre manchmal schier unerträglichen Schmerzen ein Ende gefunden hatten. Sie sah einen fernen Lichtschimmer und ihre unermessliche Sehnsucht trug sie darauf zu…

… Als ihre Begleiter sich ihr zuwandten, ruhte sie bereits verstorben in ihrem Rollstuhl. Ein nahezu unirdisch gelöstes, heiteres, beseligtes Lächeln verklärte ihre Gesichtszüge. Hendrik stieß einen rauen Schmerzensschrei aus und fiel vor ihr auf die Knie…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 69)…

… Die wilden, eisigen Meeresfluten gurgelten und sprudelten um mich herum, als das Schilfboot nach oben schoß, einem Korken gleich, der aus einem Flaschenhals getrieben wurde. Als wir die zerwühlte Oberfläche des Ozeans erreicht hatten, schüttelte unser Schifflein sich einigemale kurz, zahllose Rinnsale versickerten rasch wie durch Zauberei zwischen den eng zusammen geschnürten güldenen Bündeln. Wir wischten uns das Wasser aus den Augen, nahmen die Ruder auf und begannen, in kraftvollem Takt auf die Insel zuzusteuern. Oberst Padruuut und ich staunten sehr, und wir leisteten im Stillen dem jungen, abenteuernden Forscher Abbitte, als wir der hervorragenden Eigenschaften des Schilfboots gewahr wurden, es ritt elegant wie ein Wasservogel Woge um Woge ab, mochten diese auch noch so hoch und so steil sein, es war nicht starr und fest, sondern wendig und biegsam, den elegant geschwungenen Bug himmelwärts reckend meisterte es unerschütterlich die Unbillen der unruhigen See. Hadum’maith jubelte: “Oh, Herr Doktor Thordahl! Wenn Ihr uns jetzt sehen könntet!… Wie werde ich es genießen, Euch den Bericht über unsere Seefahrt hier in Bälde zu überbringen!”…

… Die Strömung trieb uns auf eine schartige Felsnase zu. Als wir diese passierten, öffnete sich dahinter der halbrund gähnende Schlund einer Höhle. Eine hohe Woge trug uns tief in die finstere Öffnung hinein. Wir zogen die Ruder ein, die nächste Dünung hob das Heck unseres Schilfboots an und schob uns weiter, immer weiter. Ein unirdisches Licht, dessen Quelle wir nicht ausmachen konnten, erhellte nun den tunnelartigen Kanal, und wir erkannten weit voraus dessen sacht in ein hohes Gewölbe auslaufendes Ende. Als unser seltsames Gefährt von erneut anbrandenden Wassern auf Grund gesetzt worden war, wir die Knoten unserer Vertäuungen lösten und uns daran schickten, von Bord zu gehen, öffnete sich lautlos ein unsichtbar in den Fels eingelassenes Portal und zwei in helle Überwürfe gekleidete junge Frauen mit hoch gesteckten, lockigen Haaren traten herbei. Sie verneigten sich graziös, legten dicke, flauschige Tücher und Bündel silbern schimmernden, sehr weichen Stoffes vor uns nieder, falteten dann die Hände vor den ebenmäßigen Gesichtern und entboten uns einen respektvollen Gruß. “Seid willkommen, ihr Helden aus fernen Gestaden. Tarkum, unser Hohepriester, erwartet euch bereits. Trocknet euch, und hüllt euch in eure neuen Gewänder, und dann folgt uns, bitte.”…

… Nachdem wir die federleichten und dennoch wärmenden Togen angelegt hatten, ließen wir uns von den beiden Priesterinnen, denn als solche erwiesen sich die kaum dem Mädchenalter entwachsenen Frauen, durch das weit verzweigte Tunnelsystem des Diamantenen Bergs führen, ungezählte flache Stufen erklimmend, höher, immer höher…

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Tarkum, der Hohepriester, hatte, wie schon so oft zuvor im Laufe der vergangenen zwei Mondperioden, lange Zeit auf der Spitze des hell in der Abendsonne glänzenden Turms verbracht. Ein letztes Mal folgten seine zusammengekniffenen, rauchgrauen Augen der eleganten Silhouette des gemächlich und beinahe lautlos die Insel umkreisenden Luftschiffes. Als dieses am bereits nachtdunkel werdenden östlichen Horizont für einige kurze Augenblicke das blasse Rund der zusehends miteinander verschmelzenden Monde passierte, wandte er sich ab, griff nach seinem schweren, verzierten, an der Spitze spiralförmig geschwungenen Zeremonienstab, und begab sich auf den Weg, die enge Wendeltreppe hinunter, tief in den Berg, zur Halle des Alten Tempels. Jene beherzten Wesen, die sich vor kurzem erst aufgemacht hatten, eine Prophezeiung zu erfüllen, die Eingeweihte seit Äonen bereits in den Sternen lesen konnten, einen furchtbaren Fluch zu lösen, und einem uralten Herrschergeschlecht wieder zur rechtmäßigen Macht zu verhelfen, warteten wohl bereits auf ihn…

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… Man hatte uns in eine große, sehr hohe, unterirdische Halle geleitet. Sie war so wie die Meereshöhle und die Gänge, die wir durchschritten hatten, von jenem geheimnisvollen, zarten, wohltuenden Lichtschimmer erhellt. In ihrer Mitte befand sich, von einem halben Dutzend zierlicher, in sich verdrehter Säulen umrahmt, ein leicht erhöhtes Podest von etwa sechs Metern Durchmesser. Wir schritten langsam näher. Ich erkannte das gemauerte Rund eines Brunnens, und daneben einen riesigen, aufgerichteten Katafalk, der anscheinend aus einem einzigen, durchsichtigen Kristall gefertigt zu sein schien. Darin war eine zartgliedrige, weibliche, leblose Gestalt mit sehr hellgoldenen Haaren auszumachen. Auf Geheiß der beiden Priesterinnen stellten wir uns in einem Kreis um Sarg und Brunnen auf. Mir gegenüber verharrte Adlanat, und beim Blick in sein Gesicht stockte mir der Atem und mein Herz begann zunächst zu stolpern, und danach wie wild zu rasen. Ich verspürte solch einen Ansturm von Angst und banger Vorahnung wie noch nie zuvor in meinem Leben. Mein rätselhafter Freund versuchte, mich mit einem leisen Lächeln und der Milde und Liebe in seinen Augen zu beschwichtigen, doch das Gefühl der Beklemmung wollte nicht weichen…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 68)…

… Während banger und unendlich scheinender Stunden war unser Luftschiff ein wehrloses Spielzeug wütender Naturgewalten gewesen. Doch unversehens ebbten die wild durcheinander wirbelnden Böen ab, der Orkan trug uns machtvoll und mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit Richtung Insel. Wir ließen uns nieder, verzweifelt Halt suchend, denn die höllische Fahrt riss uns förmlich von den Beinen. So rasten wir knapp über dem dramatisch zerfurchten, bleiernen Ozean dahin, bangen Herzens und mit weit aufgerissenen Augen unser baldiges Ende erwartend, der kühn in den Himmel weisende, nadelspitze, scharf gezackte Felsen schien mittlerweile nur mehr wenige hundert Meter entfernt, wenn wir nicht alsbald abbremsen konnten, würden wir daran zerschellen…

… Endlich, wir hatten uns der Insel des Diamantenen Bergs bereits so sehr genähert, dass wir genaue Einzelheiten unseres Ziels ausmachen konnten, ließ der Sturm nach, und flaute schließlich ganz ab. Das Luftschiff driftete unter einer letzten, nachtschwarzen, dräuenden Wolkenbank hindurch, nur wenig später wölbte sich ein makellos blauer Himmel über uns, das Felsmassiv schimmerte metallen im Glanz der bereits sehr tief stehenden Sonne, der das legendäre, doch so unwirtlich erscheinende Eiland krönende, mattweiße, fein ziselierte Turm ragte so hoch empor, dass sich seine Spitze im leichten Abenddunst über unseren Häuptern verlor. Im Osten gingen über den immer noch hoch gischtenden Wogen der Wasserwüste die Zwillingsmonde auf, sie standen nun schon so eng beieinander, dass sie beinahe wie ein einziges Gestirn wirkten…

… “Die Zeit ist gekommen.”, murmelte Hadum’maith. Lahl’lil nickte. Die Beiden erhoben sich und traten zu uns. “Meine Freunde, lasst uns die Prophezeiungen nun erfüllen, lasst uns zur Insel gelangen.” Oberst Padruuut lachte hölzern auf. “Und wie? Ich glaube kaum, dass Ihr unser Fluggerät dort irgendwo werdet anlanden können!” Der K’auth zuckte mit den Schultern. “Es wird Zeit, sich Doktor Thordahl’s Geschenk zunutze zu machen – das Schilfboot.” Hadum’maith wies auf meinen alten Kampfgefährten Padruuut, dessen Gesichtsausdruck noch missmutiger und zweifelnder war als sonst, unseren Knappen Pirak, Hadraa’ina, Adlanat und mich. “Kommt – ihr seid die Auserwählten, die uns auf die Insel begleiten werden.”…

… Wir begaben uns zum hintersten Ende der komfortablen, nun allerdings recht verwüstet wirkenden Kabine, und erklommen von dort aus über eine schmale und steile Leiter den über uns liegenden Frachtraum des Luftschiffs. Lahl’lil hieß uns, in dem golden schimmernden, seltsam anmutenden Schifflein Platz zu nehmen. Einer unserer Diener reichte uns starke Seile, mit denen wir uns an dem dick gewirkten Tau, das die Reling umkränzte, festzurren sollten. Jeder von uns nahm ein bereit liegendes Ruder auf. Mit eingezogenem Kopf, das Ruderholz so fest umklammernd, dass meine Fingerknöchel bleich hervor traten, und bang klopfendem Herzen nahm ich wahr, wie unser Fluggerät sachte tiefer ging, und dabei leicht die stumpfe Nase in die Höhe reckte. Ein weiterer Bediensteter sowie der Koch samt seinem Gehilfen hatten sich mittlerweile am Bug und zu beiden Seiten des Schilfboots aufgestellt. Es rumpelte und scharrte, gleich darauf vernahm ich das schrille, laute Säuseln des Fahrtwinds, und beängstigend nahes Wellenrauschen…

… “Jetzt!”, rief der K’auth. Die Männer stemmten sich ein, das Schiff setzte sich in Bewegung, langsam zunächst, dann zunehmend schneller, bis es schließlich aus der weit geöffneten Ladeluke hinaus schoß. Wir fielen eine unendlich lange scheinende Zeit, in Wirklichkeit mochten es nicht mehr als ein paar Sekunden gewesen sein, bis wir auf der Wasseroberfläche aufklatschten und versanken. “Jetzt sind wir verloren, endgültig verloren.”, dachte ich voller Entsetzen, während die eisig kalten Fluten mich umfingen und mir in Mund und Nase drangen…

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… Die Schergen des Herzogs hatten Hedine’s kleine Kammer bis in den letzten Winkel, die verborgenste Mauerritze gründlichst untersucht, doch vergebens, denn Mauthin hatte sich, durch das erneut nahende Poltern und Scharren der groben Soldatenstiefel aus einem erholsamen Schlaf gerissen, mit einigen weiten und kraftvollen Sätzen hinauf in die Esse des Kamins geflüchtet, ungeachtet des schwarzen Russregens, der auf sie hinab schauerte. Dort hing sie nun, sich verzweifelt in einer schmalen Spalte zwischen zwei ungefügen Ziegelsteinen festklammernd, und sah mit bangen, weit aufgerissenen Augen, wie einer der Männer mit der Pieke seiner langschaftigen Waffe die letzte Glut des Feuers unter dem kleinen Häuflein Asche durchstocherte und anschließend den Schlot abtastete. Mehrmals kam die überaus scharfe Hellebarde der Katze gefährlich nahe, unter Aufbietung aller Kräfte krallte sich die vierbeinige Spionin noch fester ein, und zog sich noch ein kleines Stückchen höher…

… Endlich ließen die Leibgardisten von der Durchsuchung ab. “Hätt’ ich euch gleich sagen können,”, maulte jemand, “das Vieh ist doch schon längst über alle Berge!” Sie zogen ab, die schlecht schließende, klobige Holztüre sperrangelweit offen lassend. Sich voller Ekel, Zorn und Furcht schüttelnd verließ Mauthin ihr Versteck, sie begann, sich zu säubern, hielt dann jedoch inne. Jener Moment im Gerichtssaal, da sie eine überwältigend furchtbare Entdeckung gemacht hatte, ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Trotz der schier unerträglichen Lebensgefahr, in der sie mehr denn je schwebte, konnte sie nicht anders, sie musste sich noch einmal in die Untiefen der herzöglichen Burg aufmachen, um Gewissheit zu erlangen…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 67)…

… Mauthin hatte die appetitliche Beute bereits halb verschlungen, als ihre sehr sensiblen Sinne einen überaus gefährlichen Beigeschmack wahr nahmen. Vor Entsetzen erschauernd kauerte sie sich zusammen, machte den Hals lang und würgte und spie, bis ihre Eingeweide schmerzten. Ein eisiger Nieselregen, Vorbote des nahenden Herbstes, setzte ein, und durchnässte das seidige Fell der vierbeinigen Spionin. Umgeben von stinkendem Müll, hungernd und frierend, knapp dem Tode durch ein dem verführerischen Fleisch beigemengtes Gift entronnen, bot die zierliche, grau getigerte Katze einen gar jämmerlichen Anblick…

… So wurde sie von Hedine, der kleinen Küchenmagd, gefunden. Entsetzt rief das Mädchen “Ach, du arme kleine Mieze!”, hob das zerzauste, schmutzig-feuchte Fellbündel auf, und barg es unter der grob gestrickten, dicken Jacke an seiner Brust. Es brachte Mauthin in seine schmale, finstere Kammer, dort heizte es eilig den zugigen Kamin ein, bettete das Tier zärtlich auf eine wollene Decke nahe der wärmenden Glut, und fütterte es mit einem in Milch verquirltem Eigelb und einer Handvoll Bratenreste. Die Katze entspannte sich, dankbar leckte sie ihrer Retterin die Hand, und begann, wohlig zu schnurren…

… Draußen scharrten die Stiefel einer Schar Leibgardisten über das nasse Pflaster des Küchenhofs, die Soldaten leerten, das Protestgeschrei der Köche überhörend, die Mülltonnen, die spitzen Piken ihrer Hellebarden immer und immer wieder in den Unrat stoßend…

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… Mit schier übermenschlicher Kraft hob sich Tayna aus dem Rollstuhl. Sie beugte sich über ihre noch im Narkoseschlaf liegende Tochter, und strich mit der Rechten sanft über die samtweiche Wange der jungen Frau. “Mein liebes, liebes Kind! In all den langen Jahren hast du mir nur Freude bereitet… Ich liebe dich so sehr, mehr als man mit Worten sagen kann… Werde rasch gesund, ja! Und hab’ ein langes und erfülltes Leben mit deiner wunderbaren kleinen Familie!… Ich verspreche dir, dass ich dich in jener anderen, fernen Welt, in die ich bald gehen muss, nicht vergessen werde – niemals.” Eine winzige Träne fiel auf Wally’s hohe, reine Stirn, kaum vernehmbar murmelte sie “Mama…”, dann glitt sie wieder in die Bewusstlosigkeit. Tayna ließ sich schwer atmend zurück fallen, die Augen schließend. Nach einer Weile sah sie zu Hendrik, Jonas und der kindhaften Ärztin auf und nickte, tief Luft holend. “Und nun bringt mich zu meinem Enkelkind.” Wie verloren, abstrakt wirkte der kleine Trupp, als er sich schweigsam durch die dezent nach einem Desinfektionsmittel duftenden Gänge schob…

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… Wir waren ein wehrloser Spielball des heftigen Orkans geworden. Nachdem uns eine besonders wilde Böe getroffen und durcheinander gerüttelt hatte, purzelten wir allen Halt verlierend wild durcheinander, ein Hagel von zerberstendem Geschirr und Gläsern, Büchern und Mobiliar, welches sich aus den Verankerungen gerissen hatte, prasselte auf uns nieder. Lahl’lil drosselte die Rotoren und schaltete sie schließlich ganz ab. “Ich weiß keine andere Lösung, liebe Freunde. Ich fürchte, wenn wir weiter dem Sturm entgegen steuern, wird er uns in absehbarer Zeit in Stücke reissen.” Oberst Padruuut stieß zwischen zusammengepressten Zähnen hervor: “Das kann ja jetzt wohl nicht wahr sein, oder! Wir haben all diese Abenteuer, auch Strapazen, auf uns genommen, sind Euren Beteuerungen und Weissagungen gefolgt, nur um hier in dieser Wasserwüste zugrunde zu gehen!” Hadum’mait, der neben dem K’auth in der Kanzel ganz vorne thronte, und anscheinend vom gefährlichen Spiel der Elemente völlig unbeeindruckt blieb, wandte sich ihm zu. “Gebt uns jetzt nicht auf, lieber Freund! Noch sind wir nicht verloren! – Ich wollte, ich könnte Euch auch nur einen Bruchteil meines Vertrauens in die Prophezeiungen der Gestirne, der Mythen geben…”…

… Hadraa’ina, welche die hohe Lehne des Sitzes ihres Vaters umklammernd, mit mir und dem Oberst hinter unseren beiden Freunden gestanden hatte, stieß plötzlich einen leisen Schrei aus, mit der Rechten wies sie auf den im Dunst des Sturms und der gischtenden Wogen kaum auszumachenden Horizont. “Seht! Dort vorne!” Der Oberst kniff die harten, stahlblauen Augen zusammen. “Was soll da sein! Ich seh’ nichts!” Eine neue Böe traf unsere Breitseite, und schüttelte uns durcheinander wie einen Sack getrockneter Balia-Beeren. Die großen, leicht gewölbten Glasscheiben der Vorderfront knisterten und knackten unheilvoll. Wir rappelten uns wieder hoch, und starrten erneut hinaus, auf jene ferne Linie, wo das Meer und der finstere Himmel miteinander zu verschmelzen schienen. Lahl’lil flüsterte kaum hörbar: “Deine Tochter hat ungemein scharfe Augen, Hadum’maith. Sie hat recht. Da draußen, dort, an der Linie zwischen dem Himmel und dem Meer, ist etwas. Es könnte ein sehr spitzer Fels, oder Berg sein…” Hadum’maith stieß einen triumphierenden Schrei aus. “Jaaaaaa! Das ist sie! Wir haben sie erreicht, die legendäre Insel des Diamantenen Bergs!”…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 66)…

… Die Sekunden, Minuten, Stunden schleppten sich zäh dahin. Über den schwerelosen Takt der leisen Atemzüge Tayna’s, die von Müdigkeit und Erschöpfung überwältigt eingeschlafen war, schwang sich der süße, unschuldige, triumphierende Gesang einer Amsel. Im Osten zeigte sich der erste grünlich-unreife Schimmer des anbrechenden neuen Tages…

… Tayna und die beiden Männer schraken hoch, als mit elektronischem Sirren die Schwingtür zum nüchtern weiß gekachelten Flur aufging, der zu den Operationsräumen führte. Eine noch sehr jung und mädchenhaft wirkende, zierliche Frau im Arztkittel kam beinahe lautlos auf sie zu. Jonas und Hendrik schoßen in die Höhe. “Wie geht es Wally? Und dem Baby?” Die Chirurgin fuhr sich durch die schweißgetränkten Strähnen ihres dichten, dunkelblonden Ponys. Sie nickte den Dreien zu. “Sie werden beide überleben. – Frau Waltraud Herdeis wurde auf die Intensivstation gebracht, und ihr Sohn in unsere Spezialabteilung für Frühchen.” – “Wann kann ich sie sehen?”, drang es rau über Tayna’s aufgesprungene Lippen. Die Angesprochene hob die Schultern. “Wenn alles gut geht, dann können wir Sie morgen schon zu Ihrer Tochter lassen. Und in ein paar Tagen auch zu Ihrem Enkelkind.” – “Ich muss – muss sie heute sehen – heute!” Tayna stemmte sich hoch, ihre riesigen, fordernden, dunklen Augen beherrschten das totenbleiche Gesicht. “Ich werde – heute noch – sterben… Ich muss – beide – heute noch – sehen…”…

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… Seit Anbruch des Tages bereits umtoste uns ein furchtbarer Sturm. Unser Luftschiff lag an sich sehr stabil und ruhig in der Luft , und pendelte einzelne Windstöße gelassen aus, doch dieser Orkan machte ihm schwer zu schaffen. Die Böen schienen von allen Seiten gleichzeitig an dem riesigen, zylinderförmigen Körper zu zerren, manchmal vernahmen wir ein beängstigendes metallisches Scharren und Kreischen, es hörte sich fast an, als winde sich eine geschundene Kreatur vor Schmerzen. Der K’auth und Hadum’maith mussten all ihr fliegerisches Können aufbieten, um uns in der Luft zu halten. Manchmal sanken wir so tief auf die endlose Wasserwüste nieder, dass wir vermeinten, das Salz der silbrig schäumenden Gischt auf unseren Lippen zu spüren…

… Am schlimmsten erging es dem kleinen, rothaarigen Hofnarren. Zusammengekrümmt lag er in seiner Koje und wirkte mehr tot als lebendig, obwohl seine Schußverletzung dank Hadraa’ina’s Heilkunst sehr gut zu heilen schien. Manchmal brachte er sich mühsam in eine halb sitzende Position und würgte kraftlos und mit schmerzerfülltem Gesicht. “Ich armer, armer Wurm! Warum habe ich mich nur mit euch Rebellen eingelassen!”, stöhnte er, als meine Liebste ihm eine neue, kühle, feuchte Kompresse auf die leichenblasse Stirn legte. “Nie, nie, nie hätte ich mich euch anschließen dürfen! Nie den Herzog verraten! – Seht, was mir das eingebracht hat – nichts als Elend, Qual und Pein! Angeschossen hat man mich, fast gestorben wäre ich, und die Tage muss ich an Bord dieses verdammten Flug-Zeugs zubringen – und dabei hasse ich fliegen! Ich hasse es zutiefst!!!” Hadraa’ina versuchte, ihm mit weicher, sanfter Stimme gut zuzusprechen: “Ihr seid ein Held, Ssimlang. Und Die Stimme. Vergesst das nicht. Ganz Varashon wird Euch eines Tages für Euren Mut zu tiefstem Dank verpflichtet sein.” – “Die Stimme??? Pah! Ich kann doch gar nicht singen! Ich konnte noch nie singen! Und ich werde es auch niemals können!” Matt versuchte er, Hadraa’ina’s Hand beiseite zu stoßen, er ließ einen zu Herzen gehenden Seufzer hören, drehte uns den Rücken zu, und zog sich die Decke über den Kopf, so dass nur mehr ein vorwitzig hochstehendes Büschel seiner feuerroten Haare zu sehen war…

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… Der Herzog beugte sich in seinem wuchtigen, goldverzierten Thronsessel weit vor. Seine dunklen Augen glühten unbarmherzig und voll grausamer Mordlust, seine Kiefer mahlten. “Eine Katze, jawohl! Eine kleine, graugetigerte Katze! Sucht nach ihr! Durchstöbert jeden Winkel meiner Burg, vom tiefsten Verließ bis zur höchsten Turmspitze! Und tötet sie! Sie ist alles andere als ein Schoßtierchen, sie ist eine der gefährlichsten und unberechenbarsten Spione, die die Welt je gesehen hat! Ich will ihren Kadaver sehen, und zwar bald! Habt ihr mich verstanden?!!!” Das Regiment Leibgardisten schrie wie aus einer Kehle: “Jawohl, Euer Ehrwürdigster!” Die Soldaten knallten mit den Hacken, es klang wie eine Salve Gewehrschüsse, sie wandten sich um, geistlosen Marionetten gleich, die an unsichtbaren Fäden gezogen werden, und marschierten von dannen…

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… Mauthin hatte schrecklichen Hunger. Sie konnte sich gar nicht mehr an ihre letzte Mahlzeit entsinnen. Der Geruch des wundervollen, blutigrot glänzenden, zart mit Fett durchmaserten Fleischbrockens, der unweit von ihrem Versteck aus dem Mischmasch der täglichen Küchenabfälle förmlich heraus stach, stieg ihr so sehr in das rosa Näschen, dass ihr fast das Bewusstsein schwand. Ich muss etwas fressen, redete sie sich zu, wenn ich verhungere, bin ich niemandem von Nutzen. Vorsichtig nach allen Seiten witternd kroch sie näher, sie packte das Objekt ihrer Begierde mit raschem Zugriff ihrer nadelspitzen Zähne und zerrte es in den finsteren Winkel hinter den großen Mülltonnen, in dem sie sich verborgen hielt…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 65)…

… Im Warteraum der Ambulanz kam ihnen Jonas entgegen, sein rundes, sonst so freundliches, liebenswertes Gesicht, in dem alles ein  wenig nach oben geschwungen zu sein schien – Augenwinkel, die etwas zu kleine Stupsnase, der üppige Mund – war eingefallen, totenbleich und zerfurcht vor Kummer, er wirkte um viele Jahre gealtert. Hilflos rang er mit den Händen. “Mein geliebtes kleines Dummerchen! Sie ist nachts auf dem Weg ins Badezimmer gestürzt, und hat sich schwer angestoßen, und ist danach zurück ins Bett, ohne mich zu wecken, ohne etwas zu sagen. – Nun wird sie operiert, ein Notkaiserschnitt, und es heisst, es würde akute Lebensgefahr für beide bestehen, für Wally und unser Baby!” Hendrik bettete Tayna vorsichtig auf eine freie Sitzbank, dann wandte er sich um, seinem Schwiegersohn schwach zulächelnd. “Nur Mut, Jonas! Nur Mut! Alles wird gut. Wir müssen zuversichtlich bleiben – und warten – hoffen, und auch beten – zu wem auch immer… Ich werde mich auf die Suche nach einem Rollstuhl für meine Liebste machen, bleib du einstweilen bei ihr.”…

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… Die Ketten rasselten unheilvoll, als man Rondena-Hesekial in den hohen, holzvertäfelten, mit üppigen Schnitzereien dämonischer Fratzen verzierten Saal führte, in welchem der Herzog Gericht zu halten pflegte. Mauthin hatte sich, zwischen den Beinen der Zuseher hindurch schlängelnd, in den Raum geschmuggelt, nun harrte sie, sich unter einer der ausladenden Sitzbänke ganz klein machend, des Auftritts Halpensteins…

… Weit schwang das seitliche Portal auf, und der Herzog trat ein, gefolgt von einer Schar purpurn gekleideter Staatsdiener und Anwälte. Den Anwesenden stockte der Atem, als sie des Herrschers ansichtig wurden, die Gesichtswandlerin wankte vor Schreck. Entgegen aller Gerüchte und Erwartungen elenden Siechtums und des nahen Todes bot Halpenstein ein geradezu überwältigendes, vor Stärke und Schönheit strotzendes Bild. Er raffte seine mit ungezählten Halbedelsteinen bestickte Robe und nahm mit schlangengleicher Gewandtheit auf einem thronartigen, erhöhten Sessel Platz. Der Gerichtssprecher trat vor und entrollte ein mit kunstvollen Schriftzeichen und einem mächtigen Siegel versehenes Dokument. “Hesekial, vormals als angebliche Hofschreiberin im Dienste seiner Ehrwürdigkeit Herzog Siridian Obeselion Lamavian von und zu Halpenstein des Dritten, wird wegen Hochverrats zum Tode durch Erschießen verurteilt. Dieses Urteil wird in fünf Tagen, am Selbatar, dem 23.ten Ischtur, im Kasernenhof vollstreckt werden.” Die Gesichtswandlerin reckte das durch die Soldaten der Leibwache bös verunstaltete Haupt und maß den Herrscher verächtlich. “Auch wenn ich verraten wurde – Eure Tage sind gezählt! Und die Gerechtigkeit wird siegen! Nieder mit dir, du höllischer Despot, beim heiligen Leibe meiner Göttin!” Halpenstein lachte laut auf, seine Blicke bohrten sich in die der Angeklagten. “Was du nicht sagst, Priesterin der Weisen Mithkenn!” Er wandte sich mit donnernder Stimme an die gespannt die Verhandlung verfolgende Bürgerschar: “Ja, das ist sie, jene hier, die sich als Hesekial getarnt, zusammen mit ihrer angeblichen Tochter in meinen Hof schlich! Beide sind sie Gesichtswandlerinnen, Verräterinnen! – Seht selbst!” Er beugte sich nach vorn, sein grausam schönes Antlitz näherte sich dem der Angeklagten, mit tiefer Stimme raunte er ein kurzes Wort. Rondena-Hesekial schrie heiser auf, sie fuhr mit den Händen an ihren Kopf, ihr Gesicht verlor jegliche Gesichtszüge, jegliche Mimik, wurde eine absolut ausdruckslose, glatte Fläche, durchbrochen lediglich von den unansehnlich geschlitzten, den Nasenlöchern und der schmalen Mundöffnung. Die Anwesenden schrien entsetzt auf, lautes Murmeln rauschte gleich einer Flutwelle durch den Saal, bis der Gerichtssprecher mit dem stumpfen Ende einer ungefügen Hellebarde auf die Bodenfliesen stieß. Der Herzog winkte einem Bediensteten, dieser reichte ihm eine flache Schachtel. Geziert mit weiß behandschuhten Fingerspitzen entnahm der Herrscher von Varashon daraus einen starren, mit getrocknetem Blut getränkten Stofffetzen und präsentierte ihn der Verurteilten. “Dies ist das Lieblingskleid deiner angeblichen Tochter, du Luder! Erkennst du es wieder?” Rondena bebte am ganzen Körper, wimmernd versuchte sie, nach dem zerrissenen Gewand zu greifen. “Was habt Ihr meiner Gefährtin angetan, dass sie Euch das Heilige Wort verraten hat! Wie sehr habt Ihr sie leiden lassen!” Halpenstein entzog ihr das Tuch, höhnisch auflachend. “Dumm, wenn man sich in stockfinsterer Nacht allein auf den Weg durch den Schlosswald macht, man kann allzu leicht das Opfer eines wilden Tieres werden.” Mit einer herrischen Kopfbewegung wies er die zu beiden Seiten der Priesterin verharrenden Wächter an: “Führt sie ab.”…

… Der Gerichtssprecher stieß erneut die Hellebarde auf den blank gefegten Boden des Saales. “Die Verhandlung ist beendet! Huldigt dem alleinigen und rechtmäßigen, gütigen und über jeden Zweifel erhabenen Herrscher von Varashon! Lang lebe seine Ehrwürdigkeit!” Die Schar der Bürger erhob sich schweigend, das einzige Geräusch im Raum war das leise Rauschen ihrer Gewänder. Halpenstein erhob sich, schlang mit großer Geste einen pelzverbrämten Zeremonienmantel um sich, der ihm von einem Diener gereicht wurde, und wandte sich dem Ausgang zu. Mauthin hatte gebannt jede einzelne seiner Bewegungen verfolgt. Nun stutzte sie, vor Staunen und Schreck traten ihr die Augen beinahe aus den Höhlen, und das Fell auf ihrem Rücken sträubte sich, ein leises, entsetztes Fauchen entrang sich ihrer Kehle…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 64)…

… “Schnell! Beeilt euch!”, zischte die weißhaarige Gesichtswandlerin. Mauthin und die beiden Llewsorianer huschten in den abgedunkelten Raum. Rondena-Hesekial zerrte einen großen, fest geflochtenen Korb vom Schrank, polsterte diesen mit einem dünnen Kissen notdürftig, hieß die zwei seltsamen, kleinen Wesen, hinein zu steigen und öffnete die schmalen, oben rund zulaufenden Flügel des Fensters. Mit viel Mühen hievte sie das Behältnis auf das breite Bord und stieß einen verhaltenen Lockruf aus. Das Rauschen gewaltiger Schwingen war zu vernehmen, Whin-Whin, der doppelköpfige Adler, glitt aus dem finsteren Nachthimmel…

… Im selben Moment flog die Tür zum Dienstboten-Gelass polternd und krachend aus den Angeln, ein Trupp der herzöglichen Leibgarde stürmte herein. Rondena-Hesekial griff nach einem an der Wand lehnenden Schürhaken und stellte sich den Männern beherzt in den Weg, ein grober Hieb mit einer gepanzerten Faust schleuderte sie beiseite, leblos blieb sie unweit des an einer Längsseite des Raumes dunkel glosenden Rachens des Kamins liegen. Mauthin gelang es, den Bauch eng an die Bodendielen pressend, sich unter einem der beiden Betten in Sicherheit zu bringen…

… Der vorderste der Soldaten hatte den Korb erreicht, er griff danach. Whin-Whin’s Krallen bohrten sich in den Haltegriff, mit den messerscharfen Schnäbeln seiner beiden Köpfe hieb er nach den Händen und Unterarmen des Mannes. Dieser wich laut aufschreiend zurück. Der Adler samt Korb verloren das Gleichgewicht, mit rasender Geschwindigkeit fielen sie in die schier bodenlose Tiefe…

… Endlich gelang es dem riesigen Raubvogel, den Sturzflug abzubremsen, allmählich gewann er erneut an Höhe. Seine beiden Passagiere klammerten sich mit entsetzt geweiteten, tiefdunklen Augen starr aneinander…

… Die Leibgardisten drängten sich an das Fenster, sie luden ihre Gewehre, versuchten im diffusen Lichtschein des einzigen im Raume flackernden Glimmlichts, den Adler samt seiner Fracht auszumachen, hektisch feuerten sie Salve um Salve in die Dunkelheit. Einige Kugeln pfiffen durch das dichte Gefieder Whin-Whin’s, knickten ein paar Federn, richteten jedoch keinen größeren Schaden an. Mit einem triumphierenden Rufen schraubte sich der zweiköpfige Adler in die Höhe, und ward alsbald in die Nacht entschwunden…

… Rondena-Hesekial richtete sich matt stöhnend auf, aus einer Platzwunde an der Stirn blutend, ihre rechte Gesichtshälfte schwoll zusehends an, und sie hatte sichtlich Mühe, die Züge der alten Schreiberin zu bewahren. Ihre verschwommenen Blicke trafen jene aus Mauthin’s übergroßen, erschreckten, grauen Augen. “Wir sind verraten worden!”, sprach die kleine Katze lautlos zu ihrer Vertrauten. “Von wem???”, entgegnete die Gesichtswandlerin entgeistert. Zwei Soldaten griffen nach ihr, zerrten sie grob auf die Beine und führten sie ab…

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… Unser Aufbruch am nächsten Morgen gestaltete sich alles andere als zügig, der heilige Nektar des Schilfs hatte uns allen gar gehörige Brummschädel beschert, zudem waren unsere Diener und die beiden Studenten den Verlockungen feuriger Damen erlegen, und der K’auth sowie Hadum’maith mussten sich erst in Utaf Afih auf eine ausgedehnte Suche nach ihnen begeben…

… Inzwischen trafen Dr. Thordahl sowie der Oberste Volksdiener Kair’Ulea beim Luftschiff ein, im Schlepptau eine kleine Schar fröhlich singender Schilfmenschen, nackt bis auf ihre Lendenschürze, mit in der Morgensonne gleißenden blanken Oberkörpern, sie trugen auf einer Art Gerüst ein komplett aus Schilf gefertigtes Boot, das wohl an die sieben, acht Meter lang sein mochte. Der abenteuernde Forscher wies mit der Rechten auf die Konstruktion. “Wenn man den Legenden Glauben schenkt – und es gibt meiner Meinung nach allen Grund dazu – dann besteht auf der Insel des Diamantenen Bergs keine Möglichkeit, euer Fluggerät sicher anzulanden. Ihr werdet ein Schiff brauchen, um das Ziel eurer Reise erreichen zu können. So haben diese wackeren Männer hier”, er nickte den Schilfmenschen zu, “während der Nacht dieses Schilfboot hier für euch geschaffen. – Nehmt es, und erstattet mir bitte irgendwann einmal Bericht, wie es sich in den Wellen des Meeres geschlagen hat.”…

… Hadum’maith und Lahl’lil hatten endlich unsere liebestollen Jungspunde aufgetrieben. Hadraa’ina’s Vater wandte sich mit leuchtenden Augen an Dr. Thordahl. “Das werden wir, mein Bester! Ich werde den Bericht höchstselbigst überbringen, wenn ich mich mit Euch auf die Reise zu den unbekannten Kontinenten begeben werde!”…

… Im riesigen Zylinder des Luftschiffs öffnete sich hinter der länglichen Kabine, unserer Heimstatt seit etlichen Tagen schon, eine Luke zu einem ziemlich geräumigen Laderaum. Das Tragegerüst als Rampe nutzend bugsierten unsere Gastgeber das Schilfboot ins Innere. Inzwischen nahmen wir herzlich und mit Wehmut Abschied. Wir ließen uns im Salon nieder, die Rotoren begannen kraftvoll brummend sich zu drehen, das starke Haltetau wurde losgemacht, das Luftschiff hob die stumpfe Nase in die Luft, und schwenkte westwärts, der bedrohlichen, unermesslichen Wasserwüste entgegen. Unser aller Herzen wurden klamm, bedrückt starrten wir auf die bleiernen, von silberner Gischt gekrönten Wogen tief unter uns. Wir waren auf dem Weg zur entscheidenden Phase unserer Reise…

… Wird fortgesetzt…

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Die Rebellen von Varashon (Teil 63)…

… Der Oberste Volksdiener gesellte sich zu uns, eine große, bauchige Flasche schwenkend. “Nun, da der Hunger gestillt ist, lasst uns fröhlich sein! Lasst uns lachen, tanzen, feiern und trinken!” Auf einen Wink eilten die Dienerinnen herbei, tiefgrüne, hohe Gläser verteilend, die mit wundervoll ineinander verschlungenen Ornamenten verziert waren. Kair’Ulea füllte sie großzügig mit einer hellen, leicht schäumenden, fruchtig duftenden Flüssigkeit. “Das ist unser heiliger Trunk, der Nektar des Schilfs. Er wird eure Sorgen vertreiben, und euch Frohsinn und Leichtigkeit schenken.” Ich tat es meinen Gefährten gleich, kostete, und war angenehm überrascht von dem sehr feinen, herbsüßen Geschmack…

… Eine Gruppe Musikanten hatte sich unweit von uns auf einem Podium niedergelassen, sie stimmten eine zunächst sanfte, leise Melodie an, die von Takt zu Takt rasanter, temperamentvoller, ausgelassener wurde. Der Oberste Volksdiener und die geladenen Würdenträger der Schilfmenschen strebten wilde Schreie ausstoßend auf die freie Fläche hinter der Festtafel zu. Sie warfen die Arme hoch und begannen einen Tanz mit recht kompliziert wirkender Schrittfolge. Nicht lange, und die Dienerinnen stellten achtlos beiseite, was sie in den Händen hielten, um sich zu den hingerissen bunt durcheinander Wirbelnden zu gesellen. Dr. Thordahl sprang auf, sanft zog er Hadraa’ina auf die Beine, sie strahlend lächelnd mit sich führend. “Das ist die Heidarbanda, meine Liebe. Die MÜSSEN Sie ganz einfach einmal erlebt haben!”…

… Ich versuchte, meine Liebste im zusehends wilder durcheinander strudelnden Gewühl nicht aus den Augen zu verlieren. Ich sah ihre großen, wunderschönen, weich strahlenden Lichter, das sanfte Rot auf dem unvergleichlichen Ebenmaß ihres Antlitzes, umwogt vom blauschwarzen Mantel ihrer dichten Haarflut, sah sie sich drehen, im Takt schwingen, übermütig lachend in die Hände klatschen. Und ich fühlte mich mit einem Male alt, so sehr alt. Der Geruch der unzähligen Duftlampen im Saal machte mir das Atmen schwer, die stickige, schwülwarme Luft drückte auf meine Lungen, der heilige Trunk begann schmerzhaft in meinen Schläfen zu pochen. Ich stieß meinen Sessel zurück und bahnte mir den Weg nach draußen…

… Als ich endlich in der kühlen, klaren Nachtluft stand und tief Luft holte, bemerkte ich Adlanat, der in meiner Nähe stand. Er musterte mich aufmerksam mit hochgezogenen Brauen, und wie schon so manchesmal zuvor konnte er auch diesmal meine Gedanken erraten. “Zweifelst du immer noch daran, Grismiol, dass Hadraa’ina dich aus tiefstem Herzen liebt?” Ich senkte den Kopf. “Sie sollte das nicht tun, mein Freund. Sie ist doch noch so jung! – Sieh sie an, dort drinnen, was für eine Freude sie am Tanzen hat – eines der Dinge, die wir nie werden miteinander teilen können – weil ich zu alt bin! – Ich könnte ihr Großvater sein – dies ist mir wieder einmal in aller Deutlichkeit bewusst geworden…” Adlanat trat auf mich zu, und strich mir mit einer überraschend väterlich anmutenden Zärtlichkeit über die eingefallene, runzlige Wange. “Hab Mut, Grismiol. Verzage nicht. Vertraue. Liebe.” Er schenkte mir noch einen tiefen Blick aus seinen wundervollen Augen, dann wandte er sich ab, und starrte hoch in den Nachthimmel. “Siehst du, die beiden Monde kommen einander immer näher. Nur noch wenige Tage…” Er zog die Schultern hoch und seufzte. Ich furchte die Stirn. Erst jetzt nahm ich die Anspannung wahr, die meinen geheimnisvollen Freund ergriffen hatte. “Du hast Angst? Du?”, stieß ich hervor. “Was auf der Insel des Diamantenen Bergs geschehen wird, wird unser Leben verändern – wird vor allem das Leben von einem von uns verändern.”, flüsterte er, “Dieser Mensch könnte daran zerbrechen, Grismiol…” In seinem Blick, der mir durch und durch ging, lagen Düsternis und Besorgnis. Ich griff nach Adlanat’s Hand. “Willst du dich mir nicht anvertrauen? Du hast uns – mir – schon so oft geholfen – wie gerne würde ich auch einmal etwas für dich tun – deine Sorgen teilen – eine große Last trägt sich leichter auf vier denn auf zwei Schultern.” Ein schwaches Lächeln glitt über sein sonderbares und doch so harmonisches Gesicht. “Ich weiß deine Fürsorge sehr zu schätzen – aber ich kann und darf dich nicht ins Vertrauen ziehen. Es würde diesem einen Menschen und mich weitaus mehr schaden als nutzen.” Wieder bohrten sich seine Blicke zutiefst in meine Seele, als wollte er mir ohne Worte etwas überaus Wichtiges mitteilen – doch ich war unfähig, die Botschaft zu verstehen. Eine Weile lastete Schweigen auf uns. Dann schluckte ich und zuckte mit den Schultern.  “Wir werden stark sein!”, murmelte ich mit einer Zuversicht, die ich nicht im Geringsten empfand. Adlanat schmunzelte. “Dann lass uns jetzt wieder hinein gehen – und tanzen.”…

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… Mauthin und die beiden seltsamen Wesen langten nach einer ausgedehnten Irrfahrt durch verborgene Gänge und Luftschächte in jener kleinen Wohnung an, welche die beiden Hofschreiberinnen -  Gesichtswandlerinnen – teilten. Die ältere der Beiden, Rondena-Hesekial, öffnete lautlos die Tür…

… Wird fortgesetzt…

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