… Es grüßt euch Sameerah, die Geschichtenerzählerin!…
… Nach dem gescheiterten Umsturz des Terrorregimes von Großherzog Halpenstein war es angeraten, unser geliebtes Heimatland Varashon vorerst zu verlassen, allzu Viele von uns hatten bei den erbitterten Kämpfen an der großen Schlossbrücke ihr Leben lassen müssen. So packten wir – ein nunmehr recht klägliches Häufchen von vielleicht zwei Dutzend Mann – unsere Siebensachen und machten uns mitsamt unseren Liebsten in einer stockfinsteren Nebelnacht Schleichpfaden folgend auf den Weg in die berüchtigten Haltrauth-Berge…
… Unser Führer war ein junger Mann, den ich zuvor noch nie zu Gesicht bekommen hatte – und da ich ein alter und sehr erfahrener Mann bin, kenne ich all unsere Getreuen und Widerstandskämpfer. Ich meldete bei Oberst Padruuud, dem einzigen Rebellenführer, der die fehl geschlagene Revolution überlebt hatte, meine Bedenken an. Der zerfurchte Haudegen tat meinen griesgrämig gebrummelten Einwurf mit einer wegwerfenden Handbewegung ab: “Ich vertraue ihm, Grismiol – und du solltest das auch.”…
… Obwohl ich alles andere als ein geübter Reiter bin, tat ich mein Bestes, mich während der sehr ermüdenden Flucht über Stock und Stein nahe des Unbekannten, ich will ihn hier einmal Adlanat nennen, zu halten. Und ich bemerkte zu meinem großen Erstaunen, dass bereits nach den ersten Tagen mein Misstrauen und Unmut zu schwinden begannen, und einer tiefen, vertrauensvollen Ruhe wich…
… Ich habe mich noch nie sehr mit Gesichtern und Gestalten befasst, was für mich ein Leben lang zählten, waren der Charakter, die Persönlichkeit, die Intelligenz, welche sich hinter dem Äußeren ausmachen ließen. Doch dieser Adlanat ließ mich staunen, ich denke, ich habe in all meinen langen Jahren noch nie einen schöneren Menschen kennen lernen dürfen. Obwohl lediglich von mittlerer Größe machte er inmitten unserer Schar stets den Eindruck, er würde uns allesamt um Haupteslänge überragen. Sein Anlitz entsprach keineswegs dem gängigen Schönheitsideal, und doch wirkte es so rein, so strahlend, so zart geschnitten und fein modelliert die Züge. Bei seinen leichten, weit ausholenden Schritten, den freien, ungezwungenen Bewegungen kamen mir oftmals Gedanken an Feen und Elfen in den Sinn…
… Wir ritten stets des Nachts, und mit schlafwandlerischer Sicherheit fand unser Führer jedesmal den richtigen Weg, er schien Unbillen und Gefahren instinktiv im Voraus zu erkennen. Obwohl er sehr liebenswürdig war, geduldig ungezählte Fragen beantwortete, und auch über die groben Scherze Padruuud’s herzlich lachen konnte, zog er sich am Ende jeder Etappe stets außerhalb unseres Lagers zurück, und niemand wagte es, seine einsame Rast zu stören…
… Wir ritten am unergründlich tiefen Belweg-See entlang, zur Rechten spiegelten sich im nachtschwarzen, stillen Wasser unsere beiden Monde, zur Linken des lediglich armbreiten Pfades ragten himmelhoch lotrechte Felswände empor. Adlanat’s fahlbraune, hochbeinige, hagere Stute stolperte über einen quer auf dem Weg liegenden Findling, sie scheute, wieherte schrill und bäumte sich auf. Doch es gelang dem jungen Reiter sehr schnell, sein Pferd wieder zu zügeln und mit einigen zärtlich geflüsterten Worten zu beruhigen…
… Nicht lange danach schlugen wir auf einer kleinen, fast kreisrunden Senke am Ufer des Sees unser Nachtlager auf. Unser Führer begab sich wie gewohnt abseits, unter einem auskragenden Felsvorsprung breitete er seine Decke aus. – Ich war durstig gewesen und hatte zum kargen Mahl sehr viel des erfrischend kalten, klaren, leicht metallisch schmeckenden Wassers getrunken. So trieb es mich, als es hinter den Gipfeln des jenseitigen Ufers zu dämmern begann, aus meinem warmen Schlafsack. Ich stakste steifbeinig auf der Suche nach einem geschützten Platz dahin, um meine Notdurft verrichten zu können, als ich von Adlanat’s Platz ein gar schmerzliches Seufzen vernahm. Beunruhigt trat ich näher. Im fahlen Licht machte ich ein hilflos zusammen gekrümmtes, ungelenkes Bündel aus, welches nicht die geringste Ähnlichkeit mit unserem tapferen, strahlenden, anmutigen Führer hatte. Auch das Gesicht war das eines Fremden, zerfurcht, zerquält, düster, um Jahrzehnte gealtert, nur an den wundervoll grün-blauen, großen Augen erkannte ich unseren Retter und Freund. Ich ging an seiner Seite in die Knie. “Was ist mit dir? Kann ich dir helfen?” Die Finger seiner zitternden Rechten gruben sich in den harten Stoff meiner Jacke. “Ich habe – mir muss vorhin, als mein Pferd scheute, ein kleiner Lederbeutel aus der Satteltasche gefallen sein – hilf mir! Such ihn bitte! Bitte!”…
… Die Blicke stets über den holprigen Pfad gleiten lassend tapperte ich langsam dahin. Und tatsächlich, im Schein des einen Mondes, der noch am Firmament stand, matt schimmernd lag das kleine, wildlederne, mit winzigen Flussperlen bestickte Behältnis zu meinen Füßen, gefährlich nahe den unablässig saugenden, sanften Wellen der tiefen Wasser. So schnell mich meine alten Füße trugen, kehrte ich ins Lager zurück. Adlanat riss mir den Beutel aus der Hand, mit fieberhaft fliegenden Fingern nestelte er ihn auf, er griff nach einer kleinen, weißlichen Kugel, die er erleichtert aufatmend hinunter schluckte. Mit vor Staunen und Schrecken großen Augen verfolgte ich, wie aus der jämmerlich zusammen gesunkenen, unscheinbaren Gestalt binnen kurzem wieder der vertraute Adlanat wurde, schön, grazil, bestrickend…
… Ich deutete mit dem Kinn auf den Lederbeutel. “Was ist das? Ein Zauber?” Adlanat nickte. “Das ist Feenstaub, Grismiol. Und weil ich dir sehr vertraue, und du mir soeben das Leben geretten hast, will ich dir meine Geschichte erzählen, und was es mit diesem Feenstaub auf sich hat.”…
…………………
… Als Tayna wieder zu sich kam, befand sie sich in einem menschenleeren, lang gestreckten Flur. Eierschalenfarben glänzten die lackierten Wände, ein rubinroter Teppich mit einem streng geometrischen, goldfarbenem Muster an den Seiten bedeckte den Parkettboden. Sie griff sich an die schmerzende Stirn. “Wo bin ich? Was tue ich hier? Wie komme ich hierher?”…
… Wird (vielleicht) fortgesetzt…
Da will ich doch wohl hoffen, dass es (irgendwann) einmal fortgesetzt wird. Kannst doch nicht einfach so aufhören
So, Feenstaub… das wird wohl eher eine spezielle Droge sein
Na, schaun ma mal… Das ist nämlich heute Morgen ein Spontaneinfall gewesen, als ich ein Pfefferminzdragee lutschte.
Dann hol dir noch eine Packung Dragees
Die hab’ ich in der Arbeit eh immer in der Westentasche.
Super
Wirken sie schon?
Yepp. In groben Zügen weiß ich nun, wie ich diese Fantasy-Geschichte weiter entwickeln kann…
Mal schauen, vielleicht bringe ich in den nächsten Tagen schon die Fortsetzung…
DAS höre ich doch gerne
Metallic Water. (great descriptor.) Metallic Water is a good name for a rock band.
I love reading your stories with a hot bowl of soup and of course, a teaspoon of fairy dust.
(I bet you have technicolor dreams)
You have that fairy dust, too?

I hope I can continue this story, this one has been a rather spontaneous one. But I had some more ideas today, now let’s see what I can make of them…
Yes, I have technicolor dreams!
♥ly greatings!
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Wie? Wird vielleicht fortgesetzt.
Sag doch sowas nicht. Nimm doch bitte das vielleicht raus.
Ich bin an die Geschichte mit einigem Mißtrauen ran gegangen. Und zwar, weil ich das Genre nicht so gerne mag. Aber man sollte ja niemals nie sagen. Gell??
Bisher finde ich sehr spannend und hoffe auf mehr.
Hab’ die Fortsetzung schon im Kopf parat.
Lass sie mal raus.
Entweder heute Abend oder morgen im Laufe des Tages. Die letzten Tage sind ein wenig nervend gewesen, da musste ich die Rebellen zurück halten und mich ganz um’s Real Life kümmern.
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Ein Beginn, der Spannung erzeugt. Jetzt kann man gar nicht anders als wünschen, dass die Geschichte weiter geht. – Ob wir nicht alle so ein bisschen Feenstaub gebrauchen könnten? ?
Oh, ich wünsche mir sehr oft eine kleine Prise Feenstaub.