Vergänglichkeit…

… Ist es denn nicht erst gestern gewesen, als wir uns unter dem üppig grünenden, im Abendwind leise raschelnden Baum zusammen fanden? Der Sommer glühte innig und fiebrig in der lebhaften Stadt. Der rote Widerschein des Sonnenuntergangs hüllte uns in ein weiches, warmes Licht. Auf unserer Haut perlte nimmermüde eine hauchfeine Hülle aus Schweiß. In den beschlagenen, kühlenden Gläsern, die wir fröhlich schwatzend an die Lippen führten, simmerten die zierlichen Bläschen eines erlesenen Schaumweines. Die heiße Nacht driftete bereits in einen drückenden und stickigen Morgen hinein, als unsere Gespräche ein Ende fanden…

… Und jetzt…

… Der Baum wirft sein wunderschönes Gewand von sich. Ein ungemütlicher, eisig kalter, stossweiser Wind fegt durch das Patio, kein Ort mehr, um sich auszutauschen, mit allen Sinnen das pulsierende Leben zu genießen…

… November. Das Jahr neigt sich dem Ende zu…

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About freiedenkerin

Seit meinen Kindertagen pflege ich zu schreiben. Und zu denken. Und wegen meiner manchmal sehr sensiblen Geisteshaltung, meiner offenen, unverstellten, auch unbequemen Art anzuecken. Da es mittlerweile so gut wie unmöglich ist, ohne sich zu verbiegen im etablierten Verlagswesen einen Fuß in die Tür zu bekommen, möchte ich mich auf diesem Wege "austoben" und meiner Stimme sozusagen Gehör (Geles) zu verschaffen. Ich habe eine Menge zu sagen, laßt Euch überraschen! Ich bin Mitte der Fünfziger geboren worden, fühle mich allerdings zeitlos.
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20 Responses to Vergänglichkeit…

  1. Ruthie sagt:

    Wehmut.
    Die Amis sprechen es „Päddio“ aus – Erinnerungen an 3 Jahre „Urlaub“ in Amerikas Wüste. Warme Sommerabende mit fröhlichen Kindern, kalifornischem Roséwein und Steaks.

    Wehmut.
    Weil der Sommer, der seinem Namen nicht viel Ehre machte, so schnell vorbei war…

    Schöööönes Bild!

    • shelkagari sagt:

      An diesem Patio laufe ich während meiner Arbeit am Tag mindestens ein halbes Dutzend Mal vorbei. Und habe daher seit dem Vorfrühling mitbekommen, wie er sich verändert hat. Ich hatte im Sommer schon mal Bilder davon gemacht, als für eine festliche Feier mit Champagner und leckeren Häppchen dort aufgedeckt gewesen ist, aber leider, leider ist ausgerechnet da meine Speicherkarte kaputt gegangen…
      Auch mich stimmt dieses lauschige Plätzchen oft wehmütig, weil es mich an so viele schöne und feuchtfröhliche Abende in Gesellschaft lieber und lustiger Menschen erinnert…
      Danke, liebe Ruth!

  2. Wortman sagt:

    Wunderbar poetisch geschrieben 🙂

  3. april sagt:

    Da wird der Blick auf das Tischlein gelenkt, auf dem jetzt nur noch herbstlich gedeckt ist 😉 Schön!

  4. Vallartina sagt:

    Sehr stimmungsvoll Deine Geschichte. Könnte mich fast mit dem nasskalt-grauen November meiner Erinnerung aussöhnen.
    LG

  5. sweetkoffie sagt:

    Der November hat sich in diesem Jahr sehr freundlich gezeigt.
    Ich hoffe sehr, er bleibt noch eine Weile so schön.
    LG un d schönes Wochenende!

    • shelkagari sagt:

      Überaus freundlich, ja. Aber irgendwann einmal muss es auch schlechtes Wetter geben, liebe Sweetkoffie, sonst leben wir in ein paar zehn Jährchen oder so in einer Steppe, und nicht mehr in einem wunderschön bewachsenen Land. 😉
      Ich wünsche dir auch ein wundervolles Wochenende!
      Herzliche Grüße!

  6. picola9011 sagt:

    Schön wie Du das geschrieben hast und das Bild dazu,so richtig romantisch sieht es in diesem Ptio aus,kann mir gut vorstellen,wie sich der immer verwandelt,je nach Jahreszeit.LG.Erika

    • shelkagari sagt:

      Ich beobachte diese Wandel nunmehr seit Anfang März. Am schönsten ist der Patio im Frühsommer gewesen, da hat mal eine kleine Feier dort statt gefunden, man hatte schön aufgedeckt, im Eiskübel steckte die Flasche Schampus, und leckere Häppchen sind angerichtet gewesen – traumhaft hat das ausgesehen! – und ausgerechnet da hat die Speicherkarte meiner Kamera den Geist aufgegeben, und die Bilder sind nix geworden… 😉
      Herzliche Grüße!

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