Die Teufelsmühle am Funtensee…

Vor vielen, vielen Jahren stand am Ufer des dunklen, in hoch aufragende Felsgipfel gebetteten Funtensees nahe des Steinernen Meeres eine Hütte. Sie war die Behausung eines armen Jägersburschen, den allerdings das karge Dasein keineswegs schmerzte. Fröhlich übte er sein Waidwerk aus, und wenn er lange Fastenzeiten bei kargem Mahl zu überstehen hatte, war er doch einer der lustigsten an den großen Festtagen in den Wirtshäusern drunten im fernen Tal…

… Eines Tages, er befand sich an den Bergschroffen nahe des Sees auf der Jagd nach Mankeis (Murmeltieren), erspähte er im Felsgeröll eine Handvoll blitzender Taler. Der so plötzlich entdeckte Schatz kam ihm zunächst unheimlich vor, doch nach einigem Sinnieren füllte er sich die Taschen mit dem Wundergold. Er begann, ein Leben in Saus und Braus zu führen, das Jägern interessierte ihn nicht mehr. Aber die zusammen gerafften Taler bereiteten ihm nicht lange Freude, schon bald war er ärmer als zuvor…

… So stieg er hoch zur Wand, an deren Fuße er die Goldtaler gefunden hatte. Doch weit und breit war nichts zu sehen. Schon wollte er missmutig umkehren, da stand ein Mann vor ihm mit riesigem Kopf und Hörnlein auf der Stirn. „Willst du’s mit mir halten oder net?“, fragte der Fremde, der Böse. Leichtfertig verschrieb der Jäger sich dem Teufel. Augenblicklich kugelten Steine von der schroffen Wand, die sich vor dem Burschen in Taler verwandelten…

… Er führte sein neues Freudenleben jedoch nur kurz. Holzknechte fanden seinen zerschmetterten Leichnam unter einem Haufen Felsgestein…

… Seitdem hört man am Funtensee ein Geräusch ähnlich dem Klappern einer Mühle. Der Teufel mahlt dort Steine zu Goldtalern, um Seelen zu fangen. Grade in der heutigen Zeit scheint ihm das recht gut zu gelingen…

 

 

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About freiedenkerin

Seit meinen Kindertagen pflege ich zu schreiben. Und zu denken. Und wegen meiner manchmal sehr sensiblen Geisteshaltung, meiner offenen, unverstellten, auch unbequemen Art anzuecken. Da es mittlerweile so gut wie unmöglich ist, ohne sich zu verbiegen im etablierten Verlagswesen einen Fuß in die Tür zu bekommen, möchte ich mich auf diesem Wege "austoben" und meiner Stimme sozusagen Gehör (Geles) zu verschaffen. Ich habe eine Menge zu sagen, laßt Euch überraschen! Ich bin Mitte der Fünfziger geboren worden, fühle mich allerdings zeitlos.
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10 Responses to Die Teufelsmühle am Funtensee…

  1. Hat dies auf Freidenkerins Weblog rebloggt und kommentierte:

    Eine uralte Sage aus meiner Heimat, dem Berchtesgadener Land:

  2. ralphbutler sagt:

    Hat dies auf Blütensthaub rebloggt und kommentierte:
    Eine weitere schöne Geschichte von Martha Frei

  3. Tolle Geschichte, Margot! Die Bilder passen fantastisch zur Geschichte. DANKE! LG Michael

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